Kasten Spielbericht vom 23.05.04 (27. Spieltag)

Badenia Hirschacker - TSV 1846 Mannheim  6:1 (2:0)

Statt Fußball nur "Faustball" in Hirschacker

Mit seinem absolut "letzten" Aufgebot unterlag am 27. Spieltag der TSV 1846 Mannheim der PM von Badenia Hirschacker mit 1:6, wodurch Hirschacker wieder bis auf drei Punkte an die Mannheimer herangerückt ist. Begleitet wurde das Spiel jedoch von skandalösen Umständen, die ihren Ursprung in der völlig indiskutablen Leistung des Schiedsrichters hatten.
Eigentlich standen die Vorzeichen für die 46er nicht schlecht, hatte man doch innerhalb einer Woche in den Begegnungen gegen Kleiber 2 und "FF" Schönau sechs Punkte eingefahren. Da neben den Langzeitverletzten Axel Rieder und Torsten Schalber diesmal jedoch vier weitere Stammspieler ausfielen, war TSV-Coach Werner Gabriel gezwungen, drei Spieler in die Startformation einzubauen, die kaum Spielpraxis hatten.
Entsprechend defensiv begannen die Mannheimer auch, so übernahm "Matl" Bier, der Goalgetter der letzten Spiele, den Part des Liberos, während der 61-jährige (!) Heiner Diestelkamp auf der Position des Manndeckers spielte. Um es vorwegzunehmen - Heiner machte gegen seinen über dreißig Jahre jüngeren Gegenspieler ein Riesenspiel und avancierte zum "besten Mann" seiner Mannschaft!
Das Bollwerk der Mannheimer hielt eine halbe Stunde den Angriffen der Badenia stand, und bei einem Konter hatten sie sogar die Chance, in Führung zu gehen. Nur eine Fußlänge fehlte Stefan Hornig, um die scharfe Hereingabe von Mathias Bier über die Linie zu drücken. Hirschacker dagegen nutzte in der 31. Minute eine Standardsituation, um nach einem Freistoß das 1:0 zu erzielen.
Fünf Minuten später folgte der erste große Auftritt des Schiedsrichters, der die eklatante Abseitsstellung von gleich vier Badenia-Spielern übersah. Die daraus resultierende Ecke führte nach einem Kopfball zum 2:0, und es dauerte minutenlang, bis sich die Proteste der Mannheimer gelegt hatten. Doch es half alles nichts, mit einem 0:2-Rückstand ging es für die 46er in die Pause, aus der sie im Anschluß mit einer Art Trotzreaktion die 2. Halbzeit angehen wollten.
Doch der Schiedsrichter blieb seiner schlechten Leistung treu, in dem er selbst gröbste Fouls großzügig übersah und dadurch für immer größeren Unmut bei den Spielern und Zuschauern sorgte. In der 66. Minute drohte erstmals das Spiel zu eskalieren, als sich nach einer äußerst unfairen Attacke eines Badenia-Spielers die zwei Kontrahenten in die Haare gerieten und es zu einem offenen "Schlagabtausch" kam. Die Folge: Platzverweis für beide Spieler und fortan eine noch aufgeheiztere Atmosphäre, in der das Fußballspielen nur noch am Rande stattfand.
So interessierte eigentlich niemanden mehr so richtig, daß Hirschacker in der 74. Minute das 3:0 und acht Minuten später das 4:0 gelang, denn nach den derzeit gültigen Regeln des BFV wurde schon lange nicht mehr gespielt... Doch der Schiedsrichter schien inzwischen so viel Gefallen an der Begegnung gefunden zu haben, daß er es für angemessen hielt, annähernd zehn Minuten über die Zeit spielen zu lassen.
Nach zwei weiteren Toren für Hirschacker gelang Mathias Bier in der 96. Minute nach Vorlage von Gianni Cutruneo der Ehrentreffer, der bei einem Badenia-Spieler alle Sicherungen durchbrennen ließ. Denn erneut kam es zu einer tätlichen Auseinandersetzung, an der zum Schluß fast alle Akteure beteiligt waren. Aber nur zwei Spieler "durften" daraufhin vorzeitig duschen gehen, denn selbst jetzt pfiff der Schiedsrichter noch nicht ab...
Doch irgendwann ertönte er schließlich, der Schlußpfiff zu einem Spiel, das man so schnell wie möglich vergessen sollte! Genauso wie den völlig überforderten Schiedsrichter, der zu keiner Zeit das Spiel im Griff hatte und mit seiner Leistung wesentlich dazu beitrug, daß so manchem Akteur die Lust am Fußballspielen endgültig vergangen ist.

Es spielten:     Diesbach; Perk, Diestelkamp, Bier, Decker, Senger, Grasso, Pascarella, Cutruneo, Hornig, Fischer