Kasten Spielbericht vom 14.09.03 (2. Spieltag)

TSV 1846 Mannheim - SV Waldhof grün/weiss 1:4 (1:1)

Vermeidbare Niederlage gegen Grün/Weiss Waldhof

Das erste Heimspiel der 46er ist gründlich daneben gegangen! Trotz einer überzeugenden Leistung in der ersten Halbzeit mußten sie am Ende mit 1:4 die Segel streichen, und so überwog nach dem Spiel auch der Frust ob der verpaßten Chance, sich mit einem Sieg im oberen Tabellendrittel festzusetzen.
TSV-Teamchef Werner Gabriel mußte die Mannschaftsaufstellung der Vorwoche auf mehreren Positionen verändern, da ihm neben Mittelstürmer Gianni Cutruneo auch die etatmäßigen Mittelfeldspieler Mathias Bier, Roland Graf und Stefan Weber nicht zur Verfügung standen. Doch deren "Vertreter" Karsten Decker, Giuseppe Pascarella und Santo Grasso sowie Christian Senger in der Sturmspitze, machten ihre Sache sehr gut, so daß zumindest in den ersten 45 Minuten der TSV ein gefälliges Spiel aufziehen konnte.
Aber es bedurfte erst eines Paukenschlages, um die 46er aus ihrer Lethargie zu wecken! Denn noch ehe sich ein jeder Spieler auf seiner Position eingefunden hatte, lag die Kugel schon im eigenen Netz - ein wirklich rekordverdächtiges Tor der Waldhöfer! Dem vorausgegangen war ein simpler hoher Ball in die Spitze, bei dem sich die Abwehr noch ungeordnet zeigte und auch Torwart Diesbach mit dem Hinauslaufen zögerte. So war ein gegnerischer Spieler der lachende Dritte, der das Leder mühelos zur Führung einschieben konnte.
Doch der TSV stecke diesen Schock in bemerkenswerter Weise weg und bestimmte in den folgenden 40 Minuten eindeutig das Spielgeschehen. Immer wieder angetrieben vom eminent fleißigen Thomas Schmittel, erarbeiteten sich die 46er ein Übergewicht im Mittelfeld, was zwangsläufig zu brenzligen Torraumszenen führte. So auch in der 11. Minute, als es nach einem Foul an der 16-Meter-Linie Freistoß gab. Den von Thomas Schmittel geschossenen Ball konnte der Torwart zwar noch an den Pfosten lenken, doch im anschließenden Strafraumgetümmel war es ein Waldhöfer Spieler, der die Kugel unglücklich ins eigene Netz beförderte.
In der Folgezeit versäumten es jedoch die 46er, aus einer Vielzahl an Chancen etwas Zählbares zu machen. So verpassten nach Axel Rieder's Solo über den halben Platz gleich mehrere Spieler dessen scharfe Flanke in unmittelbarer Tornähe, und auch "Aushilfsstürmer" Christian Senger hatte kurz vor der Pause Pech, als sein Schuß aus spitzen Winkel nur den Pfosten traf. Und kurz zuvor nahm "Beppo" Pascarella seinem Mitspieler Torsten Schalber noch die Kugel vom Fuß, obwohl dieser freie Bahn zum gegnerischen Tor hatte!
Unterm Strich also zu wenig, um zufrieden in die Halbzeit zu gehen, wenngleich der bisherige Spielverlauf dem TSV auch für die zweite Hälfte hätte Mut geben müssen! Doch nachdem zehn Minuten gespielt waren, kam es zu einem unerklärlichen Bruch im Spiel der 46er, es schlichen sich Nachlässigkeiten im Deckungsverhalten ein, und vorne fehlten einfach die zündenden Ideen. Als Waldhof ausgerechnet in dieser Phase nach einem Eckball und anschließendem Kopfballtor in Führung gehen konnte (58.), war dies ein Schock, von dem sich der TSV nicht mehr erholen sollte!
In ihren verzweifelten Bemühungen, den Ausgleich zu erzielen, lösten die 46er zu früh den Libero auf, was die Waldhöfer förmlich zu Konter einlud. Da auch die Mittelfeldspieler immer mehr in die Mitte zogen und dadurch ihre Gegenspieler auf den Außenbahnen vernachlässigten, taten sich für die Waldhöfer Löcher auf, die sie mit Ihren schnellen Spielern gnadenlos zu Vorstößen nutzten.
So führte erst ein Angriff über die rechte Seite zum vorentscheidenden 1:3 (71.), als ein Waldhöfer ungestört bis zum Strafraum vordringen konnte, von dort abzog und sein Schuß von einem Mitspieler aus allerdings abseitsverdächtiger Position über die Torlinie gedrückt wurde. Kurz darauf kam dann der "Todesstoß" in Form des 1:4, ein Sturmlauf über die linke Seite mit anschließender Flanke, die der ungedeckte Mittelstürmer im zweiten Anlauf im Tor unterbrachte (80.).
Alle Bemühungen der 46er, in der Schlußphase das Ergebnis noch etwas freundlicher zu gestalten, wurden nicht mehr belohnt, weil auch der gegnerische Tormann einen super Tag erwischt hatte. So blieb am Ende nur die traurige Erkenntnis, daß beim Fußball nun mal die Tore zählen und - frei nach Sepp Herberger - ein Spiel 90 Minuten dauert...

Es spielten:     Diesbach; Perk, Zupp, Rieder, Menke, Decker (53. Augustin D.), Schmittel, Pascarella, Grasso (65. Metzger), Senger, Schalber